- am 17.03.2010
- auf der Aktuellseite Berlin-Brandenburg
- in der Kategorie Global
VBB stellt Verkehrskonzept zur BBI-Eröffnung vor
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg VBB stellte heute das bereits bekannte Verkehrskonzept zur Eröffnung des neuen Flughafens offiziell vor und klärte einige noch offene Fragen.
Mit der Eröffnung am 30. Oktober 2011 wird die S-Bahn vom bisherigen Endbahnhof Schönefeld über den Haltepunkt Waßmannsdorf zum Terminal verlängert und verkehrt laut VBB-Chef Franz im 10-Minuten-Takt mit Vollzügen. Wann der 10-Minuten-Takt endet, steht hingegen noch nicht fest, er soll jedoch deutlich ausgeweitet werden.
Am Eröffnungstag nimmt ebenfalls der neue Flughafen-Express RE9 den Betrieb auf. Er verkehrt künftig vom Hauptbahnhof über Potsdamer Platz und Südkreuz direkt zum Terminal alle 30, wenn möglich alle 20 Minuten. Die Züge sollen eine spezielle Beschriftung erhalten und im Zug über Monitore mit aktuellen Informationen zum Flugverkehr verfügen.
Die RB22 wird dagegen erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 verschwenkt und verkehrt bis dahin weiter auf dem aktuellen Linienweg.
Die Busanbindung aus Richtung Rudow erfolgt mit den Linien X7 und X11, welche sich zu einem 5-Minuten-Takt überlagern und von Rudow zum Terminal ohne Zwischenhalt verkehren. Die Anbindung weiterer Linien (z.B. 163) hängt von der rechtzeitigen Fertigstellung der Ergänzungsstraßen und einer notwendigen Bestellung ab. Die Umlandanbindung erfolgt über die Linien 602 nach Teltow, Stahnsdorf und Potsdam, X702 ohne Zwischenhalt über die Autobahn nach Ludwigsfelde, 734 nach Rotberg, 741 zum A10-Center, 742 und 743 nach Königs Wusterhausen und 794 nach Mahlow und Blankenfelde.
Nach der Eröffnung werden jährlich 50 Millionen Sitzplätze vor und 60 Millionen nach der Ostanbindung angeboten, wovon nur etwa 10 Millionen auf den Bus entfallen.
Erstaunlich deutlich äußerte sich Franz zur Dresdener Bahn, wo er ein Eingreifen des Bundes zugunsten der Tunnellösung forderte, um die langwierigen Gerichtsverfahren zu umgehen, die die Anwohnerklagen erfordern würden. Durch den Tunnelbau würden 30 Millionen Euro an Mehrkosten entstehen, das Gesamtprojekt Berlin-Dresden ist mit derzeit 400 Millionen Euro beziffert.
Franz bemängelte zudem, dass die Aufgabenträger keinen Einfluss auf die Infrastruktur und keine Planungssicherheit im Fernverkehr hätten. Er forderte ein Bundesgesetz zum Fernverkehr, welches analog zu den Verkehrsverträgen der Länder die Linien, Halte und Taktdichte im Fernverkehr festlegt. Problematisch bewertete er auch die Anbindung an Polen. Derzeit gibt es Verhandlungen, um den Stettiner Stadtverkehrstarif in den VBB einzubinden und somit durchgängige Fahrkarten anbieten zu können. Neben der besseren Anbindung von Stettin ist auch eine Verlängerung der Linie 26 von Küstrin nach Gorzow ist gewünscht.

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