- am 18.09.2009
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- in der Kategorie S-Bahn
S-Bahn und BOB zum Rapport beim Verkehrsminister
Bayern Verkehrsminister Zeil hat angesichts des tragischen Vorfalls in München-Solln eine Expertenrunde zur Erhöhung der Sicherheit im S-Bahn-Bereich einberufen. Hierbei wurden Maßnahmen zur weiteren Erhöhung der Sicherheit beschlossen, obwohl bereits heute ein im Bundesvergleich objektiv hohes Sicherheitsniveau besteht.
Konkret soll die Deutsche Bahn im Zusammengang mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) kurzfristig ein Konzept zum weiteren Ausbau der Videoüberwachung in den S-Bahn-Fahrzeugen und an den Stationen erarbeiten. Ziel ist es, dass sich die Polizei bei einem Notruf direkt auf die Überwachungskameras aufschalten kann, um sich ein Bild von der Gefahrenlage zu machen.
Für großes Unverständnis sorgte zudem die Veröffentlichung der "Süddeutschen Zeitung", dass die von der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) aufgestellten Notrufsäulen auf der Strecke in Richtung Holzkirchen, an der auch der Bahnhof Solln liegt, nicht funktionieren.
Daraufhin wurden die Vertreter der beteiligten Eisenbahn-Verkehrsunternehmen Bayerische Oberlandbahn und DB AG zum Rapport in das Bayerische Verkehrsministerium bestellt. Nicht nur nach Ansicht des Verkehrsministers ist es völlig inakzeptabel, dass die Menschen diese Sicherheitseinrichtungen nicht nutzen können. Zuständigkeitsfragen zwischen der DB AG, der die Bahnhöfe über ihre Tochtergesellschaft Station & Service gehören und der Bayerischen Oberlandbahn, die für die Benutzung der Infrastruktureinrichtungen Stationsgebühren bezahlen muss, haben bisher ihre Aktivierung verhindert. Die fraglichen Notrufsäulen sind nicht im Eigentum der Deutschen Bahn, obwohl sie mit einem entsprechendem Logo versehen sind. Nach Ansicht der DB habe die BOB die Säule in Solln ohne Absprache illegal quasi "schwarz" aufgebaut. BOB-Chef Heino Seeger behauptet, sein Unternehmen sei auf Grund der damaligen Ausschreibungsbedingungen für die Oberlandverkehre vertraglich dazu verpflichtet gewesen, die Säulen aufzubauen. Wegen technischer Probleme und weil sich die DB in Nutzungsverhandlungen so „unfreundlich“ gezeigt habe, wurde die Säule vor etwa fünf Jahren zwar angeschlossen, aber nicht eingeschaltet.
Nun soll alles schnell gehen: Minister Zeil fordert die Beteiligten auf, die Notrufsäulen unverzüglich in Betrieb zu nehmen. Die Vertreter von DB Station & Service und BOB haben darauf hin zugesagt, sich umgehend über eine Inbetriebnahme der Notrufsäulen zu einigen.

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