- am 09.06.2009
- auf der Aktuellseite Nordrhein-Westfalen
- in der Kategorie Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
Wuppertaler Design-Studenten liefern Ideen für neue Schwebebahn
(PI WSW) - Die neue Wagengeneration der Schwebebahn soll 2013 ihren Betrieb aufnehmen. Während im Hintergrund die Vorbereitungen für die Ausschreibung laufen, konnten die Wuppertaler im vergangenen Jahr schon einmal ihre Ideen für das neue Wahrzeichen der Bergischen Metropole in einem Wettbewerb ("Meine Schwebebahn") einbringen. Nun gibt es auch eine Kooperation der Bergischen Universität mit der WSW mobil GmbH, durch die der Generationswechsel bei der Schwebebahn vorbereitet werden soll.
Dirk Hessenbruch, Renke Thye, Andrea Schöllgen und Philipp Goeder, Studierende im Fach Industriedesign an der Bergischen Universität, haben eine Analyse verschiedener Verkehrssysteme durchgeführt, um die Stadtwerke bei der Konzeption der neuen Wagengeneration zu unterstützen. Dabei stand die Nutzerfreundlichkeit des Verkehrmittels im Mittelpunkt. Betreuer des Studentenprojekts ist Professor Gert Trauernicht.
In einer ersten, bereits abgeschlossenen Projektphase konnten die Vier durch den Vergleich mit Verkehrssystemen in anderen Städten wertvolle Verbesserungsvorschläge für die Schwebebahn erarbeiten. Der Düsseldorfer Skytrain, die Berliner Verkehrsbetriebe, die Londoner U-Bahn und die Pariser Metro lieferten Vergleichs- und Anschauungsmaterial. Dabei wurden die Bereiche "Bahnhöfe/Bahnsteige", "Ein- und Ausstieg", "Raumaufteilung", "Fahrgastinformation", "Klima/Licht" und "Verkehrs-und Sicherheitsgefühl" unter die Lupe genommen.
Breitere Türen, größere Fenster, ein ebenerdiger Einstieg, eine besser lesbare Stationsanzeige mit Informationen zu Umsteigemöglichkeiten, mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle, eine veränderte Anordnung der Sitzplätze sind Kriterien, die andernorts schon besser gemacht werden. "In den untersuchten Städten sind allerdings auch keine Fahrzeuge aus den 70-iger Jahren mehr im Einsatz", erläutern die Studierenden. Kein Wunder, dass das Wuppertaler Wahrzeichen da etwas ins Hintertreffen gerät.
In einem nächsten Schritt sollen die Wünsche der heutigen Schwebebahnnutzer ermittelt werden. Dazu soll es nicht nur eine Fahrgast-Befragung geben, sondern jeder soll seine Vorstellungen in einem Internet-Blog unter www.neueschwebebahn.de äußern und mit anderen diskutieren können.
WSW-Chef Andreas Feicht ist von den Ideen der Studierenden begeistert: "Manchmal ist der Blick von Außen erhellender, als unsere jahrzehntelange Erfahrung mit der Schwebebahn. Wir sind da sehr offen." Der Rektor der Bergischen Universität, Lambert T. Koch, hofft, dass das Projekt von Industriedesignern und WSW auch Ansporn für die weitere Zusammenarbeit von Uni und Wuppertaler Wirtschaft ist: "Darüber ist schon so viel diskutiert worden, jetzt haben wir mit den WSW dieses tolle Projekt einfach mal umgesetzt. Für die Studierenden ist das eine Riesenchance!"
Die Ausschreibung der neuen Schwebebahnwagen soll im Herbst dieses Jahres erfolgen, die Auftragsvergabe Mitte 2010. Für 2012 ist der erste Prototyp vorgesehen. Die ersten neuen Schwebebahnzüge sollen 2013 in Betrieb gehen.

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