- am 24.02.2010
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Ermittlungsbericht: Bei der Berliner S-Bahn nichts Neues
Viel hat man sich vom Ermittlungsbericht, der am Dienstag vorgelegt wurde, versprochen: Ross und Reiter sollten genannt werden, ein Schlussstrich unter die Zeit des S-Bahnchaos gezogen werden. Fahrgäste, Aufgabenträger und Politiker hofften auf eine endgültige Aussage. Auf Fahrgastsprechtagen und wissenschaftlichen Veranstaltungen wurde auf jede Frage zur Vergangenheit mit eben jenen Hinweis, dass Ermittlungen einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei stattfänden, die im Konzern freie Hand hätte und schonungslos aufdecken würde wie es zur größten „Betriebsstörung“ des Eisenbahnverkehrs überhaupt kommen konnte.
Doch wurden die Leser des Berichts enttäuscht. Wir sind nicht schlauer als vorher: Dass die Baureihe 481 eine nicht gelungene Fahrzeugkonstruktion ist, hatte sich schon vorher herumgesprochen. Inwiefern das Fehlverhalten bestimmter Führungskräfte Schuld ist, wurde nicht genauer als schon vermutet konkretisiert. Der Fahrzeughersteller weist weiterhin jede Schuld von sich. Der Mutterkonzern, die Deutsche Bahn, weist weiterhin jeden Zusammenhang mit Konzernvorgaben, wie das Ziel 125 Mio € Gewinn im Jahr 2009 einzufahren, von sich. Der Verkehrsverbund und die Politik können weiterhin nur schimpfen und anmahnen. Wirksame Mittel für Sanktionen haben beide nicht in der Hand: Der Verkehrsvertrag sieht nicht ausreichend hohe Strafen vor. Bei den Entschädigungsregelungen sind die Fahrgäste auf die Gutmütigkeit des Unternehmens angewiesen und müssen feststellen, dass Entschädigungen erst sehr spät gezahlt werden.
Die Einzigartigkeit des Berliner S-Bahn-Systems verbietet einen schnellen Betreiberwechsel und somit spürbare Konsequenzen für den heutigen Betreiber. Was die Fehler der Vergangenheit anbelangt müssen nun die Ermittlungen des Staatsanwaltes abgewartet werden. Das Thema wird die Berliner vermutlich noch so lange beschäftigen wie der Betrieb nur eingeschränkt möglich. Und dies wird -aus der Erfahrung der nicht eingehaltenen Termine aus der Vergangenheit- noch sehr lange dauern.

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